Liebe, Liebe, du musst wandern

Jesus Christus spricht: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!
– Joh 15,9 (Monatsspruch für März)

Wie macht man das: in seiner Liebe bleiben? Mein erster Gedanke ist: mit Jesus verbunden bleiben durch Gebet und das Hören auf sein Wort. Das kann ich gestalten, dafür kann ich mir Zeit nehmen, dazu können wir einander ermutigen und Lust machen. Mein zweiter Gedanke ist: in seiner Liebe bleiben, das ist auch eine Herzenshaltung. Meine Existenz nicht mit frommen Leistungen (vermeintlichen oder echten) rechtfertigen, sondern aus unverdienter Liebe leben. Weder andere noch mich selber be- oder verurteilen, sondern Jesus sein Ja glauben. In seiner Gnade bleiben. Jesus selber gibt in den folgenden Versen eine eigene Antwort: In seiner Liebe bleiben heißt, seine Gebote halten. Sie zeigen uns, wie wir anderen mit Liebe begegnen können. Denn die Liebe, von der Jesus spricht, geht von einem zum anderen: Vom Vater zu Jesus. Von Jesus zu uns. Von uns zu den anderen. Diese Liebe ist kein Standpunkt, sondern sie bewegt sich, sie wandert. Wenn ich drin bleiben will, muss ich mitgehen. Manchmal über meinen Schatten. Manchmal über die Grenzen meiner Komfortzone hinaus. Auf andere zu. Es ist gut, an dieser Stelle ehrlich mit sich selbst zu sein: Wo ist mein Glaube „Liebe in Bewegung“, und wo nur Standpunkt, Lippenbekenntnis oder gar Grund, andere zu gering zu schätzen? Es fällt uns kein Zacken aus der Krone, wenn wir immer wieder umkehren und uns von Jesus neu hinein nehmen lassen in seine Liebe, die uns bewegt.

Ihr Matthias Stempfle

LeickelLiebe, Liebe, du musst wandern