Bitte recht freundlich

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.

– Kolosser 4,6 (Monatsspruch für Mai)

„Dass nichts Faules daran sei“ – so erklärt der schwäbische Bibelforscher Johann Albrecht Bengel, was „gesalzenes Reden“ im Sinn des Kolosserbriefes ist.
Salz war ja zu biblischen Zeiten tatsächlich zuallererst ein Konservierungsmittel, mit dem man Lebensmittel haltbar gemacht und vor dem Faulen bewahrt hat.

Es geht im Zusammenhang darum, wie wir mit Menschen umgehen, die unseren Glauben nicht teilen.
Bitte recht freundlich! Aber nicht mit fauler Freundlichkeit, die immer lächelt und jeden Konflikt überspielt. Nicht glattzüngig. Nicht honigsüß. Nicht stinkfreundlich (wir Schwaben haben dafür ein Wort aus der Fäkalsprache …).

Bitte recht freundlich! Gerade, wenn wir mit Menschen reden, die anders denken, anders leben, anders empfinden als wir. Und besonders, wenn wir vom Glauben und von unserem menschenfreundlichen Gott reden. Freundlich ja, aber auch klar und bestimmt in der Sache. Freundlich ja, aber ungeheuchelt – im Zweifelsfall lieber ein bisschen weniger überschwänglich, dafür aber echt.

Jeder hat sein eigenes Temperament. Was bei dem einem echt rüberkommt, wirkt beim anderen aufgesetzt. Da dürfen wir uns ruhig unterscheiden und ergänzen, manchmal auch aneinander reiben. Gott hat sich ja etwas dabei gedacht, dass er uns unterschiedlich gemacht hat.

Es bleibt eine Herausforderung, die eigene Balance immer wieder neu zu finden: Bitte recht freundlich! Aber klar in der Sache. Und ungeheuchelt. Machen wir uns dran!

Ihr Matthias Stempfle

LeickelBitte recht freundlich