Perspektivwechsel

Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.   Hiob 19, 25 – (Monatsspruch für November)

Dieses Bekenntnis des Hiob beschließt eine lange Klagerede, die Hiob an seine Freunde und Gott richtet. Gott wird angeklagt als Verursacher seines unbeschreiblichen Leidensweges. In anschaulichen Bildern schildert er all die Ungerechtigkeiten, die Einsamkeit, die Dunkelheit und all das, was er ihm angetan hat. Obendrein muss er sich jetzt auch noch die Vorwürfe  und Schmähreden seiner angeblichen Freunde gefallen lassen. Und dann, völlig unerwartet, kommt er zu dieser steilen Aussage: „Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt!“
Wie kommt Hiob zu diesem letzten einzigartigen ABER?
Ich sehe hier einen Wechsel der Perspektive, weg von dem erfahrenen Unrecht und Leid, hin zu der einzigen Hoffnung, die ihm noch geblieben ist. 
In Vers  26 und 27 kommt auch noch ein Ausblick auf das allerletzte Ende hinzu. Hiob sehnt sich  danach, Gott persönlich zu begegnen. Diese Hoffnung wird Hiob hier zur Gewissheit!
Der Glaube, dass letztendlich Gott alles gut machen und am Ende das letzte Wort behalten wird, ist einfach in diesem Moment stärker! Dieser Glaube macht ihn sogar so stark, dass er seine Freunde ermahnt für ihr Verhalten. Sie müssen sich auch vor Gott verantworten.
Ich weiß, dass mein Erlöser lebt
Dieser Satz hat in den vergangen Jahrhunderten und auch noch heute viele Menschen getröstet und gestärkt. 
Was kann ich von Hiob, dessen Leidensweg ja zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht beendet ist, lernen? Mein Glaube bewahrt mich nicht vor Leid, Krankheit, Not und Anfechtung. Nicht immer hilft Gott, indem er Leid wendet. Auch der Tod hat schon mal das letzte Wort.
Und doch  möchte ich, wie Hiob, von Gott erbitten, dieses einzigartige ABER gerade in solchen schweren Lebenskrisen sprechen zu können. Diesen Perspektivwechsel: “weg von mir – hin zu ihm“ möchte ich dann auch vollziehen können.
Gott möge uns durch seinen Geist die  Fähigkeit schenken, auch in scheinbar ausweglosen Situationen auf den Erlöser zu hoffen. Jesus Christus ist dieser Erlöser. Er lebt und ist auf unserer Seite. Er wird am Ende den Sieg behalten und uns an das Ziel bringen. Ich wünsche Ihnen, dass dieses Bekenntnis zu einem  hellen Licht in Ihrem Leben wird. Ein Licht, das leuchten kann in alle Dunkelheit und auch in vielleicht manchen nebeligen, tristen Novembertag.
                                  

Ihr Klaus-Dieter Wicke
SchulzePerspektivwechsel